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Die Geschichte vom Grafen, der ein Lebensgeniesser war

Der Graf verliess niemals das Haus, ohne zuvor eine Hand voll Bohnen einzustecken. Er tat dies nicht etwa um die Bohnen zu kauen - Nein: Er nahm sie mit, um so die schönen Momente des Tages besser wahrzunehmen und um sie besser zählen zu können.

Jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte, sei es das friedliche Spiel einer Kinderschar, das fröhliche Lachen seiner Frau, ein gemütliches, köstliches Mahl mit Freunden oder eine erholsame Pause an einem schattigen Platz
in der Mittagshitze - für alles, was seine Sinne erfreute, liess er eine Bohne von der
rechten in die linke Jackentasche wandern. Manchmal waren es gleich zwei oder drei!

Abends sass er zu Hause am Tisch und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Er zelebrierte diese Minuten der Erinnerungen. Nochmals führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war - und freute sich darüber.

Und sogar an Abenden, an denen er bloss eine Bohne zählte,
war der Tag gelungen - hatte es sich zu leben gelohnt!

     
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© EA 18.01.2012